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Knüller der Woche
Das musikalische Berlin entdecken
Touren über Musikkultur in Berlin – eine perfekte Kombination. Schließlich steppt in Berlin der berühmte Bär und die Hauptstadt ist sowohl eine Schmiede für junge Musiker als auch beliebte Station bekannter Künstler.
Umgesetzt hat die Idee dieser Touren Thilo Schmied mit den Fritz Musictours Berlin. Seit Herbst 2005 bietet er Busführungen quer durch die Berliner Musikszene und -geschichte an. Dazu haben sich mittlerweile auch Führungen durch die weltberühmten Hansa Studios und eine Tour zu Fuß durch Prenzlauer Berg und Mitte gesellt...
Anne Hagmenann I townster.de 16. April 2010
www.townster.de/berlin/tipps/musictours-walking
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Hier hat die Musik gespielt
Damals mit Mauer und heute ohne: Berlin zog und zieht Popstars magisch an. Eine besondere STADTTOUR führt zu den Orten, wo die Band Depeche Mode fast abstürzte und David Bowie mit Iggy Pop Frauen teilte.
Man stelle sich vor. Die 70er Jahre. Der Winterfeldplatz im Westen Berlins. Eine Telefonzelle. Iggy Pop steht drin. Eigentlich geht es Herrn Pop ganz gut an diesem Tag. Er hat seinen Karottensaft getrunken, so, wie er immer seinen Karottensaft trinkt. Er hat ein paar Substanzen eingeworfen, so, wie er immer ein paar Substanzen einwirft. Nun ja, er ist ziemlich bedröhnt, so, wie er eben immer…
Er führt ein kurzes Telefonat und will wieder raus. Er drückt gegen die Tür. Nichts passiert. Er drückt noch mal. Immer noch nichts. Menschen sammeln sich. In Gruppen. Sie starren ihn an. Er reißt die Augen auf. Sie tuscheln. Er wütet. Sie zeigen mit Fingern auf ihn – da, schaut her, da hat einer den Iggy Pop mit ´nem Vorhängeschloss in die Zelle eingesperrt, wie lustig! Und er, er schlägt, tobt, er ist ein Tier, ein buntes gefangenes Tier in Panik. Es dauert so furchtbar lang, bis man den paranoiden Punker endlich befreit.
Es gibt viele dieser kleinen und feinen, cleanen oder drogengeschwängerten Geschichten, die von berühmten Musikern und ihrer berüchtigten Zeit in Berlin erzählen – wie im Kreuzberger Club SO36 Die Toten Hosen im Vorprogramm der Ärzte als „Essen auf Rädern“ auftraten; wie Rammstein im Proberaum im Prenzlauer Berg ausgiebig mit Pyrotechnik und Schweißarbeiten experimentierten; wie die Burschen von Depeche Mode (geändert) breit und kurz vor dem Absturz auf der Balustrade der Hansa-Tonstudios gegenüber der Mauer balancierten.
Vor eineinhalb Jahren (geändert) kam Thilo Schmied, der lange als Toningenieur arbeitete, auf die Idee, all diese Begebenheiten zu sammeln und mit einem Bus und vielen Gästen die dazugehörigen Orte aufzusuchen. Und so fährt der 32-jährige Echt-Berliner und Bärtchenträger jeden Samstag durch die Straßen der Hauptstadt und erzählt selbst, am Mikrofon, und lässt erzählen, auf Bildschirmen, Nina Hagen und DJ Westbam, Produzenten und Clubbesitzer. Es gibt Musikbeispiele, zweieinhalb Stunden lang, Dutzende Geschichten und noch mehr Anekdoten. Sie alle beginnen mit Altbekanntem und enden in der merkwürdig privaten Welt der fremden Berühmtheiten.
Auch in der deutschen Provinz wissen inzwischen viele, dass der psychedelische David Bowie einst im Westen der geteilten Stadt lebte. Aber wer hat je davon gehört, dass er eines Abends drei Damen in „The big hall by the wall“, der gebräuchliche Name für die Hansa-Studios, bestellte und zu seinem Mitbewohner Iggy Pop sagte: „Du darfst dir eine aussuchen, ich nehme die anderen zwei“?(geändert)
Auch unter Teenies haben inzwischen manche gehört, dass Nick Cave meistens und auch in Berlin stocksternhagelbesoffen war. Aber wer hat je erfahren, dass er jeden Tag zwei kleine Fans über die DDR-Grenze in die Friedrichstraße schickte, damit sie dort im Intershop den Schnaps zu elf Mark die Flasche illegal, aber billig besorgten?
Und selbst wer mit Popmusik nicht allzu viel am Hut hat, weiß möglicherweise, dass der „Tresor“ an der Leipziger Straße bis April 2005 einer der weltberühmtesten Technoclubs war. Aber wer kennt die Geschichte jener Frau, die eines Sonntagnachts versehentlich in den unterirdischen Katakomben vergessen und einfach eingeschlossen worden war? In den ersten 24 Stunden vertrieb sie sich die Zeit mit Essen und Trinken. In den nächsten 24 Stunden putzte und wienerte sie wie eine Wilde. Am Mittwoch aber wurde es ihr zu langweilig. Sie rief die Polizei.
Auf seiner Tour besucht Thilo Schmied mehr als 30 Stationen in Mitte, Friedrichshain, Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Schöneberg, Charlottenburg und Tiergarten. (ergänzt) Er startet vor dem Hotel Adlon mit der Geschichte über den irgendwie verwirrten Michael Jackson, der im Jahr 2002 sein Baby aus dem Fenster im dritten Stock neben der grünen Regenrinne hielt. Er endet auf der Straße des 17. Juni, wo DJ Dr. Motte bis 2003 Millionen von Technojüngern mit seiner Loveparade behämmerte. (geändert) Depeche Mode, Rammstein, Eminem, Dead Kennedys, Wir sind Helden, Rio Reiser, Bushido, Die Ärzte, Die Toten Hosen, Paul van Dyk, Sido – sie alle haben ihre Fingerabdrücke in den Häusern, Straßen und Telefonzellen der Stadt hinterlassen.
Sie alle tranken und trinken in den Berliner Kneipen. Sie alle fühlten und fühlen sich angezogen von dieser maroden, modernen, geteilten, vereinten Stadt im Osten. Wegen der Brüche. Wegen der Spannung. Wegen uferloser Partys und wogender Drogen. „Bei vielen ist es schon erstaunlich, dass sie die Stadt wieder lebendig verlassen haben“, sagt einer der Interviewten. Auch Herr Pop hat die Telefonzelle und Berlin überlebt. Irgendwann hat er seinen Karottensaft genommen und seine Geschichten hinterlassen – merkwürdig private Geschichten eines fremden Berühmten.
Franziska Reich | STERN
Heft 10 vom 01.03.2006
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MAX

Sightseeing | Stadt
fritz music tours
Für Musikfans auf Berlinurlaub das Beste, was ihnen passieren kann! Thilo Schmied kann nämlich sämtliche Fragen aus den letzten 30 Jahren Berliner Musikgeschichte beantworten. „Wo und wie nahm David Bowie Platten in Berlin auf? Wo trinken "Wir sind Helden" am liebsten ihr Feierabend-Bier? Wo tanzt "Bushido" zu Technobeats?
Thilo Schmied weiß das alles, weil er sich a) eigentlich nie für etwas anderes interessiert hat, zumindest bis er 20 Jahre alt war; b) immer in Berlin gelebt hat; c) vom Rowdie bis zum Toningenieur jeden Job im Musikbusiness gemacht hat und d) sehr viele der vorkommenden Musiker vor seine Videokamera gekriegt und interviewt hat.
Diese Schätze hält er seinen Gästen auf der zweieinhalb Stunden dauernden Tour natürlich nicht vor. Den Rest der Zeit erzählt er selbst. Und das kann er wirklich gut!
Annika Bischoff und Alexander Batke-Lachmann | MAX
MAX City Guide 01-2007
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Berliner Zeitung

Iggy Pops Sucht nach Karottensaft
Auf den Spuren der Stars - Thilo Schmied bietet musikalische Stadtrundfahrten an
Thilo Schmied fällt auf vor dem Hotel Adlon. Mit einer Liste in der Hand wuselt der Berliner im gelben Shirt und mit Ziegenbärtchen durch eine Menschentraube und zählt seine Teilnehmer. Es sind rund 20 Hauptstädter, Brandenburger und Touristen, die bei ihm eine Musiktour durch Berlin gebucht haben. Innerhalb der nächsten drei Stunden wollen sie von Thilo wissen, was sich in Berlin musikalisch alles so getan hat in den letzten Jahren. Thilo Schmied leitet die Radio-Fritz-Musikbustour.
Mit schnoddrigem Dialekt und kumpelhafter Art begrüßt der 33-Jährige seine noch etwas müde Truppe. Er macht das so, als hätte man sich erst letzte Nacht im Club ein Bier geteilt. Doch bevor es in den Bus geht, erzählt der gelernte Toningenieur noch kurz von Michael Jackson. Der ließ 2003 genau hier seinen Sohn aus dem dritten Stock des Adlon baumeln. Aber viel lieber erinnert sich Schmied an das legendäre Jackson-Konzert von 1988, da spielte der Superstar vor dem Reichstag. "Und wir kloppten uns drüben im Osten mit den Bullen", sagt Thilo Schmied. Denn auch dort wollten Fans Jackson nicht nur hören, sondern auch sehen und waren deshalb an die Mauer gezogen.
Wo "die Nina" und "die Judith" leben
Los geht's zur Köthener Straße 38 in Kreuzberg, zu den legendären Hansa Tonstudios. Depeche Mode nahmen hier Alben auf, U2, David Bowie und Nina Hagen produzierten ebenso im Meistersaal. "Das überrascht mich", sagt Student Bodo aus Neukölln. "Depeche Mode nahmen ihre Platten so dicht am Potsdamer Platz auf." Berlin-Kenner wissen das längst. Weniger bekannt ist, dass sogar die Schauspielerin Meret Becker hier gesungen haben soll - und dass sogar nackig.
Bei der Radio-Fritz-Musikbustour heißt Nina Hagen einfach nur "die Nina"
Solche Geschichten kennt nur, wer selbst in der Szene zu Hause ist. Thilo Schmied sagt deshalb nicht Nina Hagen, sondern nur "die Nina" und wenn man mit ihm im "Wir-sind-Helden"-Kiez um die Kreuzberger Markthalle im Wrangelkiez fährt, sagt er, dass das bestimmt jedem klar sei, warum er nicht sagen darf, wo "die Judith" wohnt. Schmied, der jahrelang bei verschiedenen Plattenfirmen wie BMG oder MFS als Künstlerbetreuer arbeitete, recherchierte über ein Jahr, bis er die Route für seine Musiktour zusammen hatte. "Vieles kann ich gar nicht anfahren, sagt er." "Da säßen wir zehn Stunden im Bus."
Während die Gruppe von Station zu Station gefahren wird, vom "Ex-Tresor" über das "Metropol" bis zum "SO 36", werden auf dem Monitor im Bus kleine Filme gezeigt. Darin erinnern sich Depeche- Mode-Produzent Gareth Jones an die "wild times". Und Boss-Hoss-Sänger Sascha will gar nicht wissen, "wie oft ich schon im Knaack gebrochen habe". MTV-Urgestein Markus Kavka erzählt von dem Tam Tam, das um Hip-Hop-Star Eminem gemacht wurde, als der bei dem Musiksender an der Stralauer Allee in Friedrichshain vorfuhr. Der Bus fährt übrigens dabei die gleiche Route ab, die Eminems Limousinen-Tross damals auch nahm. Er parkt genau dort, wo Eminem für seine Fans rappte. Wären da nicht die Filmausschnitte, die den Auftritt des US-Stars zeigen, man sähe nur eine graue MTV-Terrasse. Doch so kommt sogar etwas wie ein authentisches Gefühl auf.
Das fehlt völlig, wenn der Bus vor der Ex-Wohnung von David Bowie und Iggy Pop in der Hauptstraße 155 in Schöneberg steht. Hier hausten die Künstler in den 70er-Jahren im ersten Stock. Vor dem schmuddeligen Haus begrüßen sich arabische Jugendliche mit Handschlag und die Fahrschule im Erdgeschoss hat schon bessere Zeiten erlebt. Man mag es gar nicht glauben, dass hier Bowie gewohnt haben soll - dieser exzentrische Glamourkünstler, der mit dem Topmodel Iman verheiratet ist. Doch da erzählt Thilo Schmied schon weiter. Von Iggy Pop und seiner Sucht nach Karottensaft.
Informationen Wann: Die Rundfahrt findet jeden Sonnabend um 13 Uhr statt.
Treffpunkt: Vor dem Hotel Adlon (Unter den Linden 77)
Teilnahmekosten: 19 Euro
Weitere Infos unter: www.musictours-berlin.de
Yoko Rückerl | Berliner Zeitung
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Tagesspiegel
Stadtrundfahrt zu David Bowie
Jeden Sonnabend startet die „Fritz Music Tour“ zu den Orten der Berliner Musikgeschichte
Wenn sich Massen von Touristen durchs Brandenburger Tor schieben, werden sich nur wenige daran erinnern, dass hier nicht nur Welt- sondern auch Musikgeschichte geschrieben wurde. Michael Jackson zum Beispiel spielte 1988 vor dem Reichstag. 14 Jahre später hielt er sein Baby aus dem Fenster im dritten Stock des Adlon. Am Pariser Platz gab es 1994 die MTV Music Awards mit George Michael, Ace of Base und The Prodigy. „Es war ein eisiger Novembertag, aber das Publikum hielt tapfer durch“, erklärt Thilo Schmied. Zusammen mit dem Radiosender „Fritz“ bietet er eine musikalische Stadtrundfahrt durch Berlin an. Er selber ähnelt der Comicfigur, die das Markenzeichen der zweieinhalbstündigen Tour ist: Kinnbart, weite Hose und hohe Stirn.
Thilo Schmied hat als Toningenieur jahrelang bei Musikfirmen und in Agenturen gearbeitet. Viele Bands wie Rammstein und Die Ärzte kennt er persönlich. „Ein Jahr lang habe ich Geschichten gesammelt und Interviews mit Zeitzeugen geführt“, sagt der 32-Jährige. Als Co-Kommentatoren sprechen MTV-Moderator Markus Kavka, DJ Westbam oder Depeche Mode-Produzent Gareth Jones von den Bildschirmen im Bus. Sie erzählen Anekdoten aus den letzten 30 Jahren. Und natürlich gibt es zu jeder Station die passende Musik.
Einer der ersten Stopps ist „The big hall at the wall“. So nannten manche Künstler in den Achtzigerjahren den Meistersaal der Hansa-Tonstudios in der Köthener Straße in Kreuzberg. U2, Depeche Mode, David Bowie und Nina Hagen haben ihre Platten hier aufgenommen. „Die Amis dachten, wir sind hier an der Front“, erzählt Produzent Tom Müller im Begleitfilm. Beim Anblick der Wachtürme duckten sich manche hinters Mischpult. Für Musikinteressierte organisiert Thilo Schmied ebenfalls Führungen durch die Studios – wie am 19. Januar.
Der Bus fährt an den Standorten der großem Technoclubs der neunziger Jahre – Tresor und E-Werk – vorbei, die Leipziger Straße hinunter. Schmied erzählt von den neuen Plänen des Tresor-Chefs Dimitri Hegemann, der im Bewag-Gebäude an der Köpenicker Straße einen neuen Club plant. Schmied hat ihn schon gesehen. „Der helle Wahnsinn.“
Weil ständig Clubs schließen und woanders neue eröffnen, Popstars gerne umziehen und in den letzten Jahren viele Plattenfirmen nach Berlin kamen, gibt es an fast jeder Straßenecke eine Geschichte zu erzählen. Die Buspassagiere erfahren wo die Stammkneipe von „Wir sind Helden“ ist und dass in dem unscheinbaren Geschäft am S-Bahnhof Yorckstraße die legendäre Risiko Bar der Einstürzenden Neubauten war.
„Berlin Music Guide” Schmied weiß, wer abends in der Arena, im Knaack-Club oder im SO36 spielt. Und wer dort vor 20 Jahren die Bühne auseinander nahm. „Als die Dead Kennedys im SO auftraten, war die Oranienstraße zwei Tage gesperrt.“
Im Bus sitzen viele Berliner und Brandenburger, aber auch Touristen interessieren sich für die Tour. Bald soll es sie auch auf englisch geben. Längst hat Thilo Schmied nicht alle Stationen untergebracht, die ihm eingefallen sind. „Das Programm wird ständig ergänzt“, sagt er. Auch neue Interviews kommen hinzu. Das gefilmte Material ist inzwischen mehr als 20 Stunden lang. „Ausreichend Stoff, um daraus irgendwann einen Dokumentarfilm zu machen“, findet er.
Die „Fritz Music Tour“ startet jeden Sonnabend um 12 Uhr 30 vor dem Adlon. Sie kostet 19 Euro pro Person. Wenn mehr Leute mitfahren, sinkt der Preis. Anmeldung unter 30 87 56 33 oder unter www.musictours-berlin.de ist erforderlich. Die Teilnahme an der Special-Tour in die Hansa-Studios kostet 10 Euro.
Judith Jenner | Tagesspiegel
14.01.2006
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